Bin hexen. Wünscht mir Glück!

Hexe Prim hasst die Magie. Bei keinem einzigen Zauberspruch kann sie sicher sein, was am Ende daraus entsteht. Kein Wunder, dass Prim nur äußerst ungern hext. Doch das ist nun einmal Pflicht, sonst spielt die Magie vollkommen verrückt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird die Zauberwelt auch noch vom Hexenjäger Liam enttarnt. Der ist nicht nur sexy und gefährlich, sondern auf magische Weise mit Prim verbunden. Was das angeht, ist die Zauberwelt unerbittlich. Prim muss das Herz des Jägers erobern, um die Magie zu beruhigen. Doch wie soll sie das machen, ohne von ihm verhaftet zu werden?

Leseprobe zu Teil 1:

  1. Nenne mir deinen Namen und ich sag dir, wer du bist

»Miss Nimbifera?« Mein Kollege riss mich aus meinen Grübeleien. Widerwillig sah ich hoch und blickte in ein Gesicht mit einer sehr krummen Nase und sehr vielen Pickeln. Udo. Den Nachnamen hatte ich vergessen, denn der war auch nicht wirklich wichtig.

Augenblicklich rauschte die Magieanalyse durch mein Gehirn. Udo. Das hieß frei übersetzt »der mit dem Erbgut«. Autsch. Schmerzhaft ehrlich, mit wenig Fingerspitzengefühl gesegnet. Mamafixiert, aber sehr treu. Aus irgendeinem Grund mochte er mich, was für mich ganz praktisch war.

»Udo«, sagte ich freudestrahlend. Warum ich ihn stets mit Vornamen ansprach, er mich jedoch durchgehend förmlich anredete, war mir bis heute ein Rätsel. Er blieb auf seinem Kurs, ich auf meinem. Udo. Der Sturkopf.

Er musterte mich und kniff die Augen zusammen. »Sie beurteilen mich erneut«, merkte er an.

»Entschuldigung«, murmelte ich peinlich berührt und schob meine Notizen ein wenig zur Seite, hauptsächlich, damit er nicht sah, woran ich arbeitete. Ich hatte ein leidenschaftliches Pamphlet über die Geheimnisse von Namen und die Grausamkeit der Magie verfasst. Etwas, das dem Hexenrat ganz bestimmt nicht gefallen würde. Sie drückten mir ständig solche Aufgaben aufs Auge, damit ich über meine innere Einstellung nachdachte. Pah. Ich persönlich sah Magie vielmehr als eine extreme Bürde, eine lästige Notwendigkeit und ein nerviges Problem an. Da ich leider ziemlich magiebegabt und obendrein noch namenstechnisch auserwählt war, war mein Problem gleich viel größer als beim Rest des ignoranten Hexenrates.

Aber zurück zu Udo.

»Was kann ich für Sie tun?«, erkundigte ich mich. Er schob mir einen ganzen Stapel Zeitungen rüber.

»Ich soll für den Chef eine Tabelle über die letzten Hexennamen in Zeitungsartikeln besorgen. Hier haben Sie auch gleich Nachschub.«

Ich atmete genervt ein und aus. Excel-Tabellen, Magienamen und langweilige Artikel waren mein Leben. Mein grausamer Alltag in einer öden Arbeitswelt. Meine Fähigkeit für Namenskunde hatte mir leider nicht geholfen, einen großartigen Job an Land zu ziehen. Im Gegenteil. Sie disqualifizierte mich für ganz normale Tätigkeiten. Ich durfte nicht in der Menschenwelt arbeiten, weil ich zu magiebegabt war. Meine magische Begabung war aber gleichzeitig nicht spannend genug, um in der Hexenwelt etwas Tolles zu sein. Die meisten Hexer fanden mich unheimlich, vor allem die Chefs. Ein Blick in ihr Gesicht, ihr Vorname dazu – und sie waren quasi nackt für mich.

Udo. Er war noch Jungfrau. Der Arme.

Udo ahnte wahrscheinlich, dass mein Namensgeschick abermals unpassende Dinge über ihn preisgab, und beeilte sich, zu verschwinden. In Gedanken hörte ich meine Mama laut aufseufzen. Sie war der Meinung, dass ich mit meinem Können eine prima Psychologin abgegeben hätte, aber leider verfügte ich nicht über das notwendige Feingefühl. Außerdem sah man mir an der Nasenspitze an, was ich dachte. Pokerface war eindeutig nicht mein Ding.

Ihr mochtet die Leseprobe?

Hier könnt ihr das Buch direkt ergattern und zwar beim Drachenmondverlag

Und hier erfahrt ihr mehr über Teil 2 (Klick aufs Bild):